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Die Sache mit dem Job … (Teil 1)

Ab jetzt auch als Audio-Version für dich!

Heute möchte ich meine Gedanken zum Thema Job mit dir teilen. Seit Wochen kreisen sie wie ein Karussell durch meinen Kopf. Ich hoffe, dass es mir Klarheit bringt sie auszusprechen und mich auf den richtigen Weg führt. 

Seit langer Zeit bin ich mit meinem Job unzufrieden und bisher habe ich nichts dran geändert. Meistens habe ich nur darüber gejammert. Warum? „Weil ich das nicht mehr machen will und beim besten Willen nicht weiß, was ich stattdessen machen soll…“ ist die Ausrede, die mich seit Jahren begleitet und ziemlich ohnmächtig fühlen lässt. 

Alte Interessen neu ausgegraben

Mit den Kursen zur Persönlichkeitsentwicklung kam die Psychologie wieder in mein Leben zurück und hat mein Herz vor Freude, Interesse und Neugier höher schlagen lassen. 

Schon damals beim Studium fand ich mein Hauptfach Kommunikationswissenschaft irgendwie nur so „naja“ und mein Nebenfach Psychologie richtig spannend. Leider hatte ich nicht den Mut nach dem Bachelor nochmal Psychologie im Hauptfach zu studieren. 

Die Liste der Ausreden war auch hier lang und vielseitig: „Zweitstudiengebühren!“ „Wer soll das bezahlen?“ „Du willst doch dann kein Therapeut sein und die Sorgen der anderen mit nach Hause nehmen?“ „Du bist schon zu alt, du musst endlich arbeiten und Geld verdienen.“ Und so weiter.

Durch die Psychologie hat sich für mich zum ersten Mal eine neue Perspektive aufgezeigt. Ein neuer möglicher Weg. Weg von Gestaltung, die ich zwar kann, die mich aber nicht erfüllt – hin zu etwas, dass mich wirklich fasziniert: Menschliche Verhaltensweisen. Einen Bereich indem in dem meine natürliche Neugier und Begeisterungsfähigkeit geweckt ist.

Jetzt war zwar schon mal ein neue Option in meinem Sichtfeld gelandet, aber es war dennoch alles sehr schwammig und ungreifbar. Und weit weg jeder Realität.

Und wie soll es jetzt weiter gehen?

Im Coaching-Bereich zum Thema Job hört man immer Sätze wie: „Statt zu sagen was du nicht mehr willst, frage dich: Wie will ich es haben? Wenn ALLES möglich wäre? Träume groß!“

Meistens grätscht dann schon der Verstand dazwischen und meint, dass unsere Träume utopisch seien. Es ist nie im Leben möglich, einen Job zu finden, der alle deine Wünsche erfüllt. Oder: Mit so wenig Arbeitszeit, wirst du nicht genug Geld verdienen, um über die Runden zu kommen. 

Solche Gedanken sind völlig natürlich und sie sind schlecht. 

Natürlich kannst du dir noch gar nicht vorstellen, dass es deinen Traumjob wirklich gibt – weil du ihn bisher ja noch nicht gehabt hast. Aber das heißt nicht, dass es ihn grundsätzlich nicht gibt oder das er nicht für dich geschaffen werden kann. 

Man kann immer nur auf Erfahrungen zurückgreifen, die man bereits gemacht hast. Darum ist es so wichtig neue Erfahrungen zu sammeln, damit auch eine neue Realität für dich möglich ist.    

Wir sollten uns das Schöne und Tollste ausmalen, was wir uns vorstellen können und uns dann fragen: Wie gehts für mich? Und wir sollten schauen, ob wir vielleicht Menschen kennen, die schon so leben wir wir es uns wünschen. Denn das ist schließlich der beste Beweis dafür, dass es doch gehen kann. 

Eine kleine, passende Anekdote dazu die mir eine Freundin erzählt hat: „Einen Job zu finden bei dem man um die Welt reist, angestellt ist, Geld verdient, im Team unterwegs ist und das obwohl man keine journalistische Ausbildung hat, das gibt es nicht!“ So war ihr innerer Glaubenssatz. Außerdem: Um Reisereportagen zu machen, muss man Journalist sein. Wenn man um die Welt reist, ist man alleine. Oder auch: Man wird doch nicht fürs Reisen bezahlt.  

Tja, und dann kam das Wunder: Ein alter Studienkollege, der natürlich das selbe studiert hatte wie sie – nicht Journalismus – berichtete ihr davon, dass ihm jetzt eine Stelle auf der AIDA angeboten wurde. Diese Stelle würde all ihre gewünschten Traumqualitäten erfüllen! 

Es geht also doch! Meistens können wir uns einfach noch nicht vorstellen wie. 

Und so Begann der Prozess: Wie will ich es haben, wenn alles möglich wäre? Was wäre mein idealer Job? Dafür musste ich erstmal aufdecken was ich nicht mehr will.

Was ich nicht mehr will

Ganz ehrlich? Ich hatte immer das Gefühl, dass sich alles in mir zusammenzieht bei der Vorstellung von einem 40-Std-Job in den nächsten gehen zu müssen. Meine Lebenszeit zu verkaufen, mich mit Dingen zu beschäftigen die mich nicht interessieren, in denen ich keinen Sinn sehe und die mich nicht erfüllen – nur um meinen Lebensunterhalt zu bezahlen.

Wenn ich Stellenanzeigen durchgeschaut habe, hat sich das für mich immer ganz grausam angefühlt – und das tut es bis heute. Mein ganzer Körper versteift sich dabei jedes Mal, bis ich es nicht mehr ertrage, die Suche abbreche und voller Wut und schlechter Gefühle bin. 

Ich möchte auch nicht für irgendeine unbekannte Firma arbeiten, die ich in einem Portal finde. Ich möchte für eine Firma arbeiten, die ich mag, deren Produkte und Dienstleistungen ich schon getestet habe, die ich benutze und hinter denen ich stehe. Die meinen Werten entsprechen, die ich gern unterstützen möchte. Eine Firma, in der ich ein gern ein Teil vom Team sein will. Die meisten Firmen, die ich in Jobbörsen finde, sind mir aber nicht bekannt und sprechen mich damit gar nicht an. 

Tief im Inneren weiß ich, dass Jobportale nicht mein Weg sind. Man kann das sogar mit meinem HumanDesign erklären. Als Projektor werde ich zu einem Job „eingeladen“. Fühlt sich die Einladung gut an, dann kann ich den Job annehmen, fühlt sie sich nicht gut an, sollte ich es besser lassen. Selber stumpfsinnig die Portale zu durchsuchen, ohne einen Impuls dazu gehabt zu haben, ist nicht mein Weg. Es fühlt sich falsch und unerträglich schwer an. 

Aber ich glaube daran: die Suche darf leicht sein – genau wie der Job, der auf mich wartet.

Ich fühle aber auch, dass der nächste 40-Std-Job nicht mein Weg ist. Ich würde von einem Unglück ins nächste Rennen. Als Projektor kann ich meine Talente nur ausspielen, wenn ich genug Freiheiten und Pausen habe um wieder zu meiner Energie zu finden. Wenn ich aufgeladen und fröhlich bin. Bei dem Gedanken mich wieder zum nächsten 40-Std-Job zu verpflichten, aus der ich dann wieder ewig nicht rauskomme, fühlt sich einfach nicht gut an. Alles in mir schreit: „Tu das nicht schon wieder!“.

Nach all der Zeit, der Ohnmächtigkeit und der Verzweiflung, der ewigen Frage warum ich einfach nichts finde, und auch keine Idee habe, nach was ich eigentlich genau suchen soll, habe ich es mir eingestanden: Meine Seele will das so gar nicht. So herkömmlich. Weder in den nächsten 40-Std-Job, noch meine Arbeitskraft an eine x-beliebige Firma, an Aufgaben zu verkaufen, die mich im Herzen nicht berühren. Dafür bin ich nicht hier. 

Bewusstseinswandel 2027

Im Coaching-Bereich spricht man davon, dass sich bis 2027 das Bewusstsein der Menschheit ändern wird. Das es eine „neue (Arbeits-)Welt“ geben wird. Das Umdenken hat mit Corona schon begonnen. Menschen stellen fest, wie viel freier sie sich im HomeOffice fühlen und sie wollen nicht zurück ins Büro und dort gefangen sein. 

Oder sie stellen fest, dass sie nicht zu Hause alleine sein wollen und wie wertvoll es ist, mit anderen physisch zusammen zu arbeiten. Oder sie lieben die flexiblen Möglichkeiten beides leben zu können. Egal was es ist, diese zwei Jahre Corona haben viele Menschen „reinschnuppern“ lassen, in eine neue Realität, in eine neue Möglichkeit ihr Leben zu gestalten. 

Vielleicht haben sie sich das flexible Arbeiten von zu Hause aus vorher noch gar nicht erträumen können, auch weil es außerhalb ihrer bisherigen Erfahrung lag. Die meisten Menschen wollen jetzt selbstbestimmter leben, freier. 

Diese neue Bewusstseins-Entwicklung kann man mit der Maslowschen Bedürfnispyramide erklären:

Maslowsche Beduerfnispyramide
Maslowsche Bedürfnispyramide
(Quelle: Wikipedia, Stand: 19.01.2022, https://de.wikipedia.org/wiki/Maslowsche_Bedürfnishierarchie)

Ganz unten, im Fundament der Pyramide, stehen Bedürfnisse wie Atmung, Wasser, Nahrung, Schlaf, Fortpflanzung und ein Dach über dem Kopf. Erst wenn diese Grundbedürfnisse abgesichert sind, sehnt sich der Mensch nach der nächsten Stufe: körperliche und seelische Sicherheit, materielle Grundsicherung, Arbeit, Wohnung, Familie, Gesundheit. Dann kommen die sozialen Bedürfnisse, zu denen auch Familie, Freundschaft, Gruppenzugehörigkeit, sozialer Austausch, Beziehung und Zuneigung zählen. Gefolgt von den Individualbedürfnissen: Stärke, Erfolg, Unabhängigkeit, Freiheit, Ansehen, Wertschätzung usw. 

Während die Menschen vor vielen Jahren den Großteil ihres Lebens damit verbracht haben ihre Grundbedürfnisse zu sichern, ist in unserer heutigen Gesellschaft das meiste schon erfüllt. 

Maslow sagt: „Wenn bis auf die letzte Stufe, alle Bedürfnisse erfüllt sind, wird eine Unruhe und Unzufriedenheit im Menschen erwachen: Er will seine Talente, Potenziale und Kreativität entfalten, sich in seiner Persönlichkeit und seinen Fähigkeiten weiterentwickeln, sein Leben gestalten und ihm einen Sinn geben.“

(Wikipedia, Stand: 19.01.2022, https://de.wikipedia.org/wiki/Maslowsche_Bedürfnishierarchie#5._Selbstverwirklichung)

Und genauso fühlt es sich für mich an. Es ist ein unglaublich starker Wunsch ich mir, meinem Leben einen Sinn zu geben, in dem ich meine Talente für Projekte einsetze, die mein Herz berühren und in den Bereichen ich mich weiterentwickeln kann und möchte. Alles wehrt sich gegen einen 0815-Job, nur um abgesichert zu sein.

Die Psychologie sagt, dass in der „neuen Welt“ ab 2027 diese Selbstverwirklichung in den Vordergrund rücken wird. Menschen wollen nicht mehr nur ihre Arbeitskraft verkaufen, sie wollen sich selbst entfalten, sie wollen sich Wissen aneignen und vor allem wollen sie Wissen teilen. Es geht darum sich gegenseitig zu ermächtigen, zusammen zu arbeiten und zu wachsen.

Dieses Konzept, diese Vorstellung resoniert sehr stark mit mir. Das will ich auch! Dennoch fühle ich mich ein bisschen hilflos, denn ich weiß nicht, wie ich die Sache angehen soll und den richtigen Job finden kann.   

Was dann passiert ist, erfährst du bald. Fortsetzung folgt …

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