Allgemein

Die Sache mit dem Job … (Teil 2)

Ab jetzt auch als Audio-Version für dich!

Vielleicht fragst du dich, was mich eigentlich bisher davon abgehalten hat, meinen Job zu wechseln, wenn ich doch schon länger nicht mehr glücklich damit bin? 

Zwei Dinge: die Loyalität zu meiner Lieblingskollegin und die zu meinem Arbeitgeber. Ich wollte weder sie noch ihn im Stich lassen. Egal wie schlecht es mir damit ging. Diese Option kam für mich nicht in Frage. Ich habe es mir also aus Pflichtgefühl nicht erlaubt zu gehen. 

Und ich hatte den Glaubenssatz, dass sich so schnell niemand findet, der die Aufgaben übernehmen kann. Weil alles bei uns viel zu kompliziert ist und man die Dinge nicht gut übergeben kann, weil so viel Wissen verloren gehen wird. 

Als ich diese „Veränderungsblockade“ erkannt habe, habe ich sie ans Universum abgegeben und gesagt: Bitte kümmere dich darum, dass ich ohne schlechtes Gewissen gehen kann. Dass es jemanden gibt, der meine Aufgaben übernimmt und das ich meine Kollegin nicht alleine zurücklassen muss. Wir haben immer gesagt, wenn wir den Arbeitsplatz wechseln, dann nur gemeinsam! Uns gibts nur im Doppelpack!  

Tja, was soll ich sagen? Meine Kollegin geht Ende Februar in Elternzeit, was mir die erste Last von den Schultern nimmt. Und komischerweise wird mir schon das ganze letzte Jahr zunehmend jegliche Kompetenz bezüglich meiner Aufgaben entzogen. Plötzlich gibt es ohne Ankündigung einen neuen Mediengestalter, der die Aufgaben Stück für Stück von mir übernimmt und andere Mitarbeiter, die schleichend das Konzeptionieren von Projekten übernommen haben, was ich sonst getan habe. 

Ich fühle mich seit einem Jahr zunehmend nicht mehr gebraucht und wertgeschätzt. Ich tue zwar Dinge, aber am Ende braucht sie keiner. Das frustriert mich und es erleichtert es mir ungemein nun auch den zweiten Teil der Schulgefühle langsam hinter mir zu lassen. 

Die meisten meiner Aufgaben sind bereits jetzt in anderen Händen. Auch wenn es sich nicht gut anfühlt, Stück für Stück ersetzt zu werden, ist es genau das was ich bestellt habe: eine Möglichkeit ohne schlechtes Gewissen zu gehen. Danke, liebes Universum. 

Wie sieht’s nun aus?

Seit April 2020 bin ich nun im HomeOffice. Eine Möglichkeit, die es ohne Corona nicht gegeben hätte. HomeOffice war DIE Erleichterung in meinem Leben, die mir eine riesige Last von den Schultern genommen hat. Tagtäglich habe ich sie in Form von ständigen Verspannungen im oberen Rücken und Nackenbereich gefühlt. 

Endlich frei! Endlich nicht mehr „die Zeit absitzen“ wie im Gefängnis. Endlich nach meinem eigenen Rhythmus leben. Aufstehen ohne Wecker, morgens Yoga machen, Mittagsspaziergänge durch die Natur und Powernaps. 

Wenn ein Ideen-Loch aufkam, kurz die Wäsche aufgehangen, dabei Podcast gehört und dann mit neuer Kraft und Inspiration weitergearbeitet. Ich habe Projekte viel schneller, effizienter und konzentrierter umgesetzt als im Büro. Und mein Körper war dabei so viel entspannter. 

Meine Vision für den neuen Job war klar: Ich möchte nie wieder ins Büro zurück und ich möchte von überall aus arbeiten können. Was das genau bedeutet und ob mir das überhaupt liegen würde, konnte ich allerdings noch nicht herausfinden, denn dadurch das ich einen stationären PC als Arbeitsmittel habe, bin ich bisher „an meine Wohnung gefesselt“. 

Was sich erst so paradiesisch anfühlte, hat sich nach einer Weile als die nächste „Falle“ herausgestellt. Zwar war ich schon deutlich freier und damit glücklicher, aber nun hatte die Einsamkeit und der mangelnde Austausch stark an meiner mentalen Gesundheit gezerrt. 

Ich finde es wertvoll mit sich und seinen Gedanken alleine sein zu können. Aber jeden Tag den ganzen Tag? Da gehe ich ein. Ich habe gemerkt, dass ich inspirierende Menschen um mich brauche. Gegenseitige Befruchtung, Austausch, Ideen, Klatsch und Tratsch. Den ganzen Tag nur mit mir und den immer gleichen Gedanken zu sein, tut mir nicht gut. Da helfen auch keine Podcasts, die neue Inspirationen bringen, denn meine Erkenntnisse kann ich ja trotzdem nicht teilen und bekomme kein Feedback. 

Auch reichen zwei Stunden Sport alle zwei Tage am Abend nicht aus, um das Bedürfnis nach anderen Menschen zu stillen. Darum habe ich meine „Vision“ vom idealen Job erneut umformulieren müssen.

Was macht also meinen idealen Job aus? Wenn alles möglich wäre?

Ich habe mir in den buntesten Farben ausgemalt, wie mein idealer Job wäre. Ich habe diese Qualitäten definiert und ich habe sie immer und immer wieder ausgesprochen, aufgeschrieben, mir gewünscht und anderen davon erzählt. 

Ich habe Menschen beobachtet, die das schon genauso leben, wie ich es gerne möchte, um meinem Verstand – der natürlich Angst vor Veränderung hat – zu beweisen, dass es möglich ist. Auch wenn wir (er und ich) es uns das bisher noch nicht vorstellen können. 

Ich möchte 20 Stunden pro Woche angestellt sein, um abgesichert zu sein und um meinen Lebensunterhalt zu decken. Ich möchte für ein Projekt arbeiten, das meinen Werten entspricht. Ein Projekt, das mich begeistert und interessiert. Ich möchte mit einem Team von gleichgesinnten Mädels zusammenarbeiten. Ich möchte dabei orts- und zeitungebunden sein. Ich möchte an den schönsten Orten der Welt sitzen können und mit meinem Laptop arbeiten, ABER ich möchte auch die Möglichkeit haben, mich mit den Mädels im Büro oder im Café zusammenzusetzen. Ich habe gespürt wir wichtig mir diese direkte Zusammenarbeit ist. 

Ich möchte mich mit Gleichgesinnten, Pionieren der neuen Zeit umgeben, weil ich merke wie wichtig und schön das für mich ist. Weil ich gemerkt habe, das ich dieses Gefühl, diese Motivation und Power, alleine in meiner Wohnung nicht schaffe aufrechtzuerhalten – typisch für mein offenes Selbstzentrum im Human Design. Du bist der Durchschnitt der 5 Menschen mit denen du dich umgibst. Also umgebe dich mit Menschen, die schon dort sind, wo du hinwillst. Und ich möchte mich so gern mit diesen Menschen umgeben. Meine Seele verlangt danach. 

Ich möchte neben der Arbeit die Möglichkeit haben meine eigenen Projekte voranzubringen – meinen Blog, meinen Podcast, meine Ausbildungen. Was das genau sein wird, wird sich noch zeigen. Seien es Human Design spezifische Projekte oder zum Beispiel die Unterstützung beim Setzen eines Kinderbuchs für eine liebe Freundin, die mich kürzlich dazu „eingeladen hat“. Ich möchte an Projekten arbeiten, die mir am Herz liegen. Ich möchte mich endlich anerkannt und erfüllt fühlen. Sinn-Erfüllt. Ich möchte fühlen, dass ich einen guten Beitrag für die Welt leiste.  

Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass ich im Coaching-Bereich unterstützend tätig bin. Das ich die neuen Kurse mit entwickle, die Arbeitsmaterialen, den Überblick habe über Buchungen, technischen Support, E-Mail-Marketing. Die Facebook-Gruppen mit betreue und wichtige Posts terminiere. So genau kann ich es gar nicht sagen, aber ich möchte so gern Teil dieser „spirituellen“, „neuen“ Welt sein und dort meine Stärken einsetzen, um mein und das Leben der anderen schöner und sonniger zu machen. 

Ein erstes „kleines Wunder“

Nachdem ich diese Qualitäten immer und immer wieder formuliert und ans Universum „abgegeben“ habe, bin ich Anfang Dezember krank geworden. Keine Sorge, nur ein normaler Infekt. Die darauf folgenden Tage war ich aber krank zu Hause und habe mich null mit dem Thema Job auseinander gesetzt – da ich ja gerade davon „befreit“ war. 

Und dann geschah etwas Magisches: Ein paar Tage der gedanklichen Job-Karussel-Pause vergingen und plötzlich erschien bei Instagram eine Praktikumsausschreibung für GENAU meine Wunschstelle. Oh mein Gott. Ich bin durchgedreht vor Freude. 

Es ist genauso passiert wie alle Manifestations-Experten es vorhersagen: Sage was du haben willst, gib es ans Universum ab, kümmere dich nicht mehr drum, lasse es los und empfange wenn es soweit ist. Wie bei Amazon, da zweifelst du nach der Bestellung auch nicht an, dass es zu dir kommt 😉 

Als ich diese Praktikumsstelle gesehen habe, hat mein Herz JA geschrieen. Zum ersten Mal nach so langer Zeit, hat es Ja gesagt, zu einem Job-Thema. Ich konnte es nicht fassen. 

Alles klang perfekt: 3 Monate Praktikum mit der Möglichkeit zur Übernahme. 10 Std pro Woche. Remote mit freier Zeiteinteilung. Man darf hinter die Kulissen eines erfolgreichen Online-Coaching-Unternehmens schauen, wird eingelernt in die Techniken des E-Mail-Marketings, des Kundensupports usw. Als Gegenleistung darf man die Kurse anschauen. Yes, besser kann es doch wirklich nicht laufen, zu mal ich sowieso so gerne noch weitere Kurse von ihnen angeschaut hätte. 

Ich kenne die Firma bereits „von Außen“, ich folge ihnen bei Instagram, ich habe schon Kurse von ihnen belegt, ich mag die Leute so gerne. Sie strahlen für mich alles aus, was ich auch leben möchte. Nach dem Praktikum würde ich die Firma auch von „innen“ kennen. Ich könnte unverbindlich ausprobieren, ob sie zu mir passt, ob ich die Aufgaben und das Team mag und falls ja gibt es sogar die Möglichkeit zur Übernahme! Alles ideal, genauso wie ich es mir in meinen schönsten Träumen nicht hätte ausmalen können. Sanfter, sicherer Übergang. Und es kam auf einem anderen Weg als Jobportale – wie ich es gefühlt hatte 😉

Man sollte ein 3-minütiges Vorstellungsvideo einsenden – und ich war krank, ohne Stimme, schlecht für Video. Aber kein Problem. Bewerbungsschluss war der 12.12.21. Bis dahin war noch etwas Zeit. Ich war voller Aufregung, Vorfreude. Voller Hoffnung auf eine neue Perspektive, mit allem was ich mir gewünscht hatte. Auf in ein neues berufliches Leben. Endlich. Nach so vielen Jahren Perspektivlosigkeit. 

Ich nahm mein Video auf und bevor ich es einsendete, schickte ich es an eine Freundin und wartet auf ihr Feedback. Und dann sah ich das Unglück. Ein Instagram-Post mit „unser Team“, „unsere neue Praktikantin“… Und ich hatte mein Video noch nicht mal abgeschickt. 

Oh man, dass darf doch nicht wahr sein. Aber ich wollte nicht aufgeben. Nach dem ersten Schock, schickte ich mein Video trotzdem noch und sagte wie gern ich das Praktikum machen würde und das ich dachte die Bewerbungsfirst läuft noch. Ich wollte ein Zeichen setzen und dem Universum zeigen, dass ich mich von so was nicht aus der Bahn werfen lasse. Und es geschah etwas Schönes. Ich bekam eine Nachricht, dass die Inhaber mich trotzdem gern kennenlernen wollten, weil das Team wächst und es viele Aufgaben gibt. Wir vereinbarten ein Zoom-Gespräch. 

Das Gespräch sollte an einem Freitag Nachmittag stattfinden. Ich malte mir das toll aus. Ich würde vorher in der Mittagspause eine Runde spazieren und mich entspannen und dann frisch und entspannt in den Call gehen. Und dann wurde der Freitag plötzlich mit einem Arbeitstermin nach dem anderen voll gebombt. Der ganze Freitag war ein Meetingmarathon und ich bekam ein bisschen Panik. Wie soll ich denn da entspannt sein, so hatte ich mir das nicht vorgestellt, liebes Universum?! Ich erzählte Donnerstag Abend meinen Freunden davon, dass ich es mir so nicht vorgestellt hatte, ich wollte doch entspannt und frisch ins Gespräch gehen! Und am Freitag Morgen bekam ich eine Mail, dass wir unser Gespräch leider verschieben müssen, weil sie plötzlich krank geworden sind. 😀 Echt jetzt? 😀 Danke, liebes Universum! 

Alles war ganz so, wie man es sagt: Wenn man sich auf dem richtigen Weg befindet, dann ist alles leicht und FÜR mich. Unglaublich. Was für eine tolle Erfahrung und eine Beweis dafür, dass ich vertrauen kann, dass alles seinen richtigen Weg geht. 

Das Gespräch wurde nachgeholt und verlief richtig herzlich und toll. Ich habe mich direkt als Teammitglied behandelt gefühlt. „Wir sind 11 Leute, mit dir 12“ und es gab gar keine Frage, ob ich die Stelle bekomme oder nicht. Die einzige Frage war, wann wir uns im Januar treffen wollen, um mich einzuarbeiten. Und es war sogar völlig okay wenn ich nur 5 Stunden pro Woche mache – da ich es ja neben meinem richtigen Job mache. 

Ich war überglücklich. Besser hätte es nicht laufen können. Ich konnte es kaum erwarten. Ich habe dem Starttermin so entgegen gefiebert – zumal ich die Woche vorher nochmal in ein richtiges Loch gefallen bin, weil alles so perspektivlos aussah. Nur kurz durchhalten, dann gibts endlich eine sinnvolle Aufgabe, die mein Herz erfreut! Endlich ein tolles visionäres Team! Endlich etwas neues Lernen und in eine neue Welt abtauchen, so wie ich es mir gewünscht hatte. 

Am Dienstag in der zweiten Januarwoche sollte die Einarbeitung stattfinden. Und am Sonntag Abend vorher bekam ich eine Absage. Sie müssen das Praktikum absagen, die Energien haben sich geändert. Sie hätten sich anders entschieden. Keine weitere Erklärung.

Autsch. Und von jetzt auf gleich waren alle Hoffnungen dahin und ich stand wieder vor dem Nichts. 

Am Nachmittag hatte ich noch einen Post gesehen, dass man ab jetzt nur ins Team kommt, wenn man die Human Design-Ausbildung bei ihnen absolviert hat. Ob das wohl der Grund der Absage war? Ich habe zwar eine HD-Ausbildung gemacht, aber nicht bei ihnen. Sollte das der Grund sein, finde ich es dennoch ganz traurig, dass sie es nicht gesagt haben. Wir hätten doch darüber reden können. Ich hätte sagen können, dass ich eine habe. Oder ich hätte sie dort erneut belegt oder es hätte eine andere Lösung gegeben. Die Mail klang eindeutig und endgültig.

Ich bin super enttäuscht. Bis heute. Alles an der Sache lief leicht und traumhaft. Viel zu schön um wahr zu sein. Schade, dass ich nicht mal eine Chance bekommen habe.

Und nun stehe ich wieder da. Ohne Perspektive, ohne Hoffnung.

Fazit

Ich habe aus der Sache gelernt das es wirklich möglich ist, dass das zu mir kommt, was ich mir wünsche, wenn ich genau definiere was ich möchte und es loslasse. Ich habe erfahren, dass alles ganz leicht sein kann und sich fügt, wenn ich auf dem richtigen Weg bin. Ich habe so viel darüber gelernt was ich möchte und was ich nicht möchte. 

Ich weiß jetzt, dass es die Art von Job gibt, die ich suche und ich ahne, dass ich sie nicht in Jobportalen finde. Ich halte Ausschau in meinem Leben, welche Produkte nutze ich, welche Coaches ich mag und frage mich: Würde ich dafür arbeiten wollen? Bisher habe ich leider kein Ja gespürt. 

Es hätte mich unendlich interessiert, wie sich ein Job tatsächlich anfühlt bei dem ich so ein starkes Ja gefühlt habe wie bei der Praktikumsstelle. Ob es mich erfüllt und glücklich gemacht hätte oder nicht. 

Ich werde es jetzt wohl nicht mehr erfahren. Aber bin gespannt, was das Universum mir liefert. Man sagt ja: Ich habe das nicht bekommen was ich wollte, weil noch etwas viel besseres auf mich wartet.

Ich habe mich auch gefragt, ob dass die Chance vom Universum auf eine kleine Auszeit ist. Statt von einen Job in den nächsten zu gehen, wären 3 Monate Auszeit zum Rumreisen und zur Selbstfindung nach so vielen Jahren ununterbrochen im Job auch nicht schlecht. Allerdings habe ich dafür noch keine Vorstellung und der Schritt zu kündigen, ohne zu wissen wie es dann weitergeht ist auch nicht ohne. Da fällt mir der Spruch ein: Spring und das Netz wird erscheinen. 

Ich bin gespannt wie es weiter geht.

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.